Wo ist dein Bruder …? [6]

Und der HERR sprach zu Kain: »Wo ist dein Bruder Abel?« Und er sprach: »Ich weiß nicht. Bin ich’s, der meinen Bruder bewahrt?« Dieses Bibelzitat fällt mir – ohne dass ich einer Religion angehöre – oft ein, wenn ich Lese oder Höre, wie wir auf Kosten anderer Menschen unser Wohlleben erhalten. Darüber in dieser Kategorie und unter der Überschrift die entsprechenden Anlässe.

Unsere Textilien sollen bllig sein, koste es, was es wolle. Zumindest sollen sie billig produziert werden; der Markenaufschlag stört uns nicht, da ist teuer wieder gut, weil es Prestige verspricht.
Billige Produktion hat ihren Preis, den aber andere bezahlen – nämlich die, die wenig für ihre Arbeit bekommen, damit wir billig kaufen können. Der Tod dieser billigen Produzenten auf Grund frühkapitalistischer Produktionsverhältnisse wird in Kauf genommen.

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/bangladesch-zahlreiche-tote-bei-grossbrand-in-textilfabrik-11971449.html
http://www.spiegel.de/panorama/brand-in-textilfabrik-c-a-liess-in-bangladesch-produzieren-a-869189.html

Merkwürdige Todeswoche

Es wird eine Themenwoche veranstaltet. Thema: Leben mit dem Tod. Eine Woche lang wird das Thema strapaziert; danach verschwindet es wieder in den Untiefen des Lebens; es geht diesem Thema so wie dem Baum des Jahres, dem Vogel des Jahres, etc..
(Allerdings müsste es im Fernsehen eigentlich diese Themenwoche garnicht geben. Zählt man einfach mal zusammen, wieviel Tote es in einer Woche in den üblichen Programmteilen gibt, kommt der Tod sehr häufig vor. Aber die Toten in den Fernsehspielen und Spielfilmen des sog. normalen Programms nimmt anscheinend niemand mehr als Tote wahr, schon garnicht als Beschäftigung mit dem Tod.)

S. 1 v. 5123...Letzte »