HFs Libreta

Texte und Photos / Kann Spuren von Sinn enthalten

reclothing als Ersatz

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Taschen aus gebrauchten LKW-Planen oder schweizer Militärdecken sind ja mitlerweile schon wieder ein alter Hut. Künstlich gealterte Jeans ebenso. Da muss was Neues her – und das ist Kleidung aus recyclter, getragener Arbeitskleidung. Das Zauberwort: reclothing!
Die Gebrauchsspuren durch Arbeit erzeugt der Arbeiter – der Trendsetter trägt die aufgearbeitete Kleidung mit diesen Gebrauchsspuren als Zeichen dafür, dass er nicht körperlich arbeiten muss, sozusagen als Achtung des hart arbeitenden Menschen?! Da schmeckt der Latte gleich doppelt so gut, wenn man weiß, das die Kleidung, die man trägt, mal hart gearbeitet hat!
Warum fällt mir bei solchen Gelegenheiten immer der Untergang des römischen Reiches ein?

Fragmente [15]

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Absichtlich zerfetzte Jeans, auf langen, dauerhaften Gebrauch getrimmte Schuhe, zerzaustes Haar, mit Gel in Form gezwungen, sollen ungezwungenes Leben, freies Bewusstsein, dokumentieren.

Ausserhalb von Dreck und Sorgen

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Erst war es etwas ganz Besonderes, etwas für Reiche. Dann wurde es langsam erschwinglicher und es wurden mehr, vorwiegend Ältere. Und mittlerweile boomt es, das Geschäft mit den Kreuzfahrten, und der Altersdurchschnitt sinkt rapide. Das stelle ich auch im Freundes- und Bekanntenkreis fest. Letztens las ich sogar von einer Heavy-Metal-Kreuzfahrt.
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Sich neu erfinden

| Abgelegt unter: Kunst Leben

In einem Artikel über Personen der Kunstszene lese ich die Aussage: »Er wechselt laufend seine Mode und erfindet sich somit immer wieder neu.«. Es ging dabei um Bekleidung. Wie leicht es ist, »sich neu zu erfinden«. Ich hatte immer angenommen, dazu gehört mehr. Mal abgesehen davon, was »neu erfinden« in Bezug auf eine Person bedeutet. Geht das überhaupt?

Die Stadtbestricker

| Abgelegt unter: Kunst Leben

Menschen stricken bunte Dinge, um damit die Stadt freundlicher und bunter zu machen. Die Strickwerke werden in der Stadt irgendwo angebracht. Das nennt sich »Urban Knitting«. Es ist eine Art Graffiti, nur aus Wolle. Gut daran ist, dass diese »Wollgraffitis« – anders als die Graffitis – rückstandsfrei und einfach zu entfernen sind.
Es ist Streetart, aber ob dadurch die Stadt wirklich schöner wird? Vielleicht dann, wenn ein komplettes Gebäude – a la Christo – total eingestrickt wird. Aber dann mit wetter- und schmutzresistenter Wolle.

“Glänzende Zeiten” glänzen nicht

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Das Buch [ref]Adam Soboczynski, Glänzende Zeiten, Gebunden, 224 Seiten, Aufbau-Verlag 2010, 1. Auflage, 978-3-351-03320-0, 18,95 EUR[/ref] (im Untertitel: »Fast ein Roman«) hat 29 Kapitel; der Autor hatte 29 Ideen, Gedankensplitter um die er seinen Fast-Roman aufbaut. Kramphaft verschwurbelt ist er dabei, seine 29 Ideen, Gedankensplitter mehr oder weniger essayhaft auszuwalzen. Die Essenz der 29 Kapitel hätte, ohne dass die Ideen, Gedankensplitter dadurch Schaden gelitten hätten, auf 20 Seiten Platz gefunden – geworden sind es 202.

Soboczynski, Glänzende Zeiten

Wenn der Autor auf Seite 78 schreibt:
»Eine aufdringliche Absicht, den Betrachter mit aller Gewalt zu beeindrucken, zu überwältigen war den Bildern eingeschrieben und zerstörte im Keim, wie sie empfand, beim Betrachten das freie Spiel der Vorstellungskräfte, das jedem Kunstgenuss zugrunde liegt.«

gilt dies im übertragenen Sinne auch für den Text seines Buches. Bemüht philosophisch, bemüht flaneurhaft und eine Sprache zur Umsetzung nutzend, bei der ich Roger Willemsen reden höre. Und das will ich nicht.

Fragmente [3]

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{1} Viele Menschen erzählen Jedem, mit dem sie halbwegs bekannt sind, was sie aufregt etc.. Immer wieder, unaufhörlich. Durch dieses immer wieder darüber reden »verdünnt« sich die Aufregung immer mehr, bis nur noch eine homöopathische Dosis übrig bleibt. Diese heilt dann.

{2} Die Mode ist die Uniform der Individualisten. Man sieht etwas bei einem Idol, findet es schön, kauft sich diese Sachen und zieht sie an und glaubt, man hat damit etwas (wenn nicht gar alles) von der Schönheit des Idols. Ein weitverbreiteter Trugschluß.