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Texte und Photos / Kann Spuren von Sinn enthalten

Monogamie ist eine seltsame Heiratsform

| Abgelegt unter: Leben

schreibt Patrick Imhasly.

Nicht Polygamie, sondern Monogamie ist eine seltsame Heiratsform. Jetzt hat ein Psychologe das Rätselder Einehe gelöst: Sie macht Gesellschaften friedlicher und produktiver.

Aber auch die Einehe scheint sich zu überleben:

Derzeit breitet sich in der westlichen Welt die «Polyamorie» aus. Ihre Anhänger propagieren Liebesbeziehungen zu mehr als einem Menschen – im Wissen und Einverständnis aller Beteiligten.

Und das geht hoffentlich nicht zu Lasten der Produktivität!

Zum kompletten Artikel:
Vom Nutzen der Treue

Die Klugheit des Systems und die Dummheit seiner Elemente

| Abgelegt unter: Gesellschaft

»Die Klugheit des Systems basiert auf der Dummheit seiner Elemente. Jedenfalls müssen die Elemente eines gut funktionierenden Systems dumm genug sein, um das System selber nicht zu verstehen, allerdings klug genug, um sich einreden zu können, sie täten es und verteidigten es gegen neue und alte Feinde: die neue Unterschicht, die Nicht-Wähler, die Systemverweigerer, die ‘Bildungsfernen’, das Ghetto, das Prekariat, die Intellektuellen, lauter Elemente, die sich der Halbdummheit des Mainstream nicht bedienen. Tasächlich enthält das System Elemente, die sich ihrerseits dem System nicht zugehörig fühlen. Die Reaktion der Rechten darauf ist klar: Sie wollen sie ‘ausgrenzen’ (und wenn ihre rassistische Idealgemeinschaft schon mal beim Ausgrenzen ist …). Auch die Reaktion der Linken ist klar: Sie wollen sie ‘integrieren’. Das System selber ist klüger. Es setzt seine Blödmaschinen ein.«

(aus: Markus Metz, Georg Seeßlen; »Blödmaschinen – Die Fabrikation der Stupidität«; edition suhrkamp 2609, 780 Seiten, ISBN: 978-3-518-12609-7)

Die Attraktivität des deutschen Mannes lässt sich schwer messen

| Abgelegt unter: Gesellschaft

Der Soziologe David Glowsky in einem Interview zu seinem Buch »Globale Partnerwahl«:

Hat sich das bestätigt: Sind diese Männer tatsächlich weniger attraktiv, zieht es sie stärker zu jungen und schlanken Frauen?

Die Attraktivität des deutschen Mannes lässt sich schwer messen. Bei einer anonymen Befragung kann man ja nicht darum bitten, ein Foto mitzuschicken. Es gibt aber einen hohen Zusammenhang zwischen dem Body-Mass-Index und der Einschätzung der Körperform als attraktiv. Also habe ich die Männer nach ihrer Körpergröße gefragt und nach ihrem Gewicht zum Zeitpunkt, als sie ihre Frau kennengelernt haben. Deutsche Männer heiraten demnach mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Frau aus dem ärmeren Ausland, wenn sie einen erhöhten Body-Mass-Index haben – mit 30, das ist schon deutlich übergewichtig, wird’s dann immer wahrscheinlicher. Der allerstärkste Faktor ist jedoch das Alter des Mannes: Sehr häufig sind Männer vertreten, die so um die vierzig, fünfzig Jahre alt sind. Es ist übrigens nicht so, dass diese Männer vorher keine Partnerin hatten. Sie waren vielleicht 15, 20 Jahre verheiratet, und nachdem die Ehe in die Brüche ging, landen sie auf einem Heiratsmarkt, der abgegrast ist. Auf der anderen Seite heiraten auch Männer, denen es wichtiger ist, dass ihre Partnerin schön und schlank ist, eher eine Frau aus dem ärmeren Ausland.

Der Übergang von der Seele und den Leidenschaften zu Gefühlen

| Abgelegt unter: Gesellschaft Wirtschaft Wissenschaft

Eva Illouz (Professorin für Soziologie und Anthropologie an der Hebräischen Universität in Jerusalem) zu Seele, Gefühle und wie die Psychologie in den Markt integriert wurde, um Mitleid und Zorn rentabel zu machen.

Wie leitet man Menschen zur Arbeit an, um das Meiste und Beste aus ihnen herauszuholen? Hatten die Vorarbeiter in kleinen Fabriken zuvor zu verschiedenen Formen von Gewalt gegriffen, um die Arbeiter zur Ausführung anstrengender oder schwieriger Tätigkeiten zu bringen, lehrten die Psychologen jetzt emotionale Beherrschung.

Zum kompletten Artikel von Eva Illouz:
Standardgefühle

Ideal einer Diskussion

| Abgelegt unter: Gesellschaft

Ein jeder sagt seine Meinung und unterstützt sie mit wenigen Worten. Keiner bestreitet die Ansicht eines Anderen mit Hitze; keiner verteidigt die seine mit Hartnäckigkeit. Man untersucht, um sich zu belehren und hört auf, ehe man in Streit geräth. Jeder unterrichtet, jeder unterhält sich. Alle gehen vergnügt auseinander.

(Autor ist mir leider nicht bekannt)

Künftige Generation sendet Nachricht

| Abgelegt unter: Verantwortung

Sie senden keinen Terminator, lediglich eine Nachricht, mit der uns übermittelt wird, was wir zur Zeit alles falsch machen, was wir besser machen können, die eine Bitte nach einem Plan enthält, in dem die Lagerstätten der giftigen oder radioaktiven Stoffe verzeichnet sind.
Würden wir uns darum kümmern?

Schuldenkrise, relativiert

| Abgelegt unter: Gesellschaft Verantwortung

Wir kennen z.Zt. (oder eigentlich ist immer nur ein Thema, über das sich echauffiert wird) nur die Schuldenkrise, die Rettung Europas (was ist da eigentlich zu retten?). Schaut man auf andere Länder, Lebenssituationen, relativiert sich das ganz schnell und beschämt uns noch dazu.
Die verzweifelte Lage am Horn von Afrika treibt jährlich Tausende in die Flucht und in die Hände skrupelloser Menschenschmuggler. Wer es trotzdem schafft, den Golf von Aden zu überqueren, findet unerwartete Hilfe im Jemen. Dort hilft die jemenitische Society for Humanitarian Solidarity (SHS) den Flüchtlingen.

Aussergewöhnlich sind vor allem die Umstände, unter denen die SHS ihren Einsatz leistet: Der Jemen ist das ärmste Land auf der arabischen Halbinsel, fast vierzig Prozent der einheimischen Bevölkerung leiden an Hunger, knapp die Hälfte kann nicht lesen und schreiben, seit Jahrzehnten schon schwelen Konflikte, immer wieder kommt es zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Schlimmer noch ist es jenseits des Golfs, wo Bürgerkrieg und Dürre die Menschen in die klapprigen Boote von Schlepperbanden treiben. Rund 65 000 somalische Flüchtlinge sind seit Anfang Jahr an den felsigen Küsten des Jemen gestrandet. So viele waren es noch nie.

Nur wer wenig hat, weiß, was Solidarität bedeutet.

via WOZ

ueber Mut Filmfestival in Bonn

| Abgelegt unter: Film Kunst

Aktion Mensch veranstaltet das Filmfestival ueber Mut.

Dem Mutigen gehört die Welt. Das ist ein schöner Satz – der aber offenlässt, welche Welt gemeint ist. Die Welt, so wie sie ist? Oder die Welt, wie sie sein könnte? Die zehn Filme des Festivals ueber Mut belegen, dass Mut stets der Mut zur Veränderung des Bestehenden ist. Mut setzt voraus, dass die oder der Einzelne die Gegebenheiten kritisch betrachtet und für sich bestimmt: Etwas muss sich ändern.

Vom 24. bis zum 30.11.2011 macht das Festival in Bonn, im Kinopolis Bonn-Bad Godesberg, Station. Ausführliche Informationen zum Programm finden sich hier.

Obdachlose könnten Gemüse anbauen

| Abgelegt unter: Gesellschaft

Im Süddeutsche Zeitung Magazin, Heft 45 2011, ein Artikel (leider [noch?] nicht online verfügbar) über vier Aktivisten aus USA, Syrien, England und Israel, die für eine gerechtere Gesellschaft aktiv werden.
Ein kleiner Auszug aus dem Gespräch:

Kristen Gwynne: Genau! Das Großartige an Occupy Wall Street und all den anderen Protesten ist doch, dass die Macht wieder bei den Menschen ist. Ich meine, wenn man zum Beispiel Obdachlose mit Essensmarken abspeist, dann bekämpft man doch nur Symptome. Viel besser wäre es, diesen Menschen den Raum zu geben damit sie ihr eigenes Gemüse anbauen, ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen können. Kein Zwang, sondern eigener Wille – dafür steht Occupy Wall Street.

Mit Gemüseanbau bekämpft man auch nur Symptome und weiter: wo sollen die Obdachlosen das Gemüse zubereiten – im Pappkarton unter der Brücke?
Gwynne hat Journalismus studiert, ihr Vater ist Anwalt. Ihre Vorstellung vom Leben Obdachloser scheint sehr romantisch zu sein.
Sie findet es toll, das im Occupy-Camp eine Kochecke eingerichtet wurde, es vegetarisches Essen gibt (»wir wollen uns ja ausgewogen ernähren«), es eine Bibliothek gibt und einen Kindergarten. Da stehen die Obdachlosen und schauen neidisch zu!
Wenn das die Occupy-Bewegung ist, dann wollen wir uns mal weiter ausgewogen ernähren – alles weitere ergibt sich dann. Die Macht ist wieder bei den Menschen!