HFs Libreta

Texte und Photos / Kann Spuren von Sinn enthalten

Erwartung im Web

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Im Web herrscht erwartungsvolle Spannung, Ruhe vor dem Sturm? Wulff ist zurück getreten; offen ist, ob er noch lebenslang alimentiert wird. Falls nicht, wird sicher einer seiner vielen Freunde einspringen!
Wer wird Nachfolger? Darauf ist die Webgemeinde gespannt; wie lautet der neue Hashtag bei Twitter? Ist jetzt wieder die FDP dran?

reclothing als Ersatz

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Taschen aus gebrauchten LKW-Planen oder schweizer Militärdecken sind ja mitlerweile schon wieder ein alter Hut. Künstlich gealterte Jeans ebenso. Da muss was Neues her – und das ist Kleidung aus recyclter, getragener Arbeitskleidung. Das Zauberwort: reclothing!
Die Gebrauchsspuren durch Arbeit erzeugt der Arbeiter – der Trendsetter trägt die aufgearbeitete Kleidung mit diesen Gebrauchsspuren als Zeichen dafür, dass er nicht körperlich arbeiten muss, sozusagen als Achtung des hart arbeitenden Menschen?! Da schmeckt der Latte gleich doppelt so gut, wenn man weiß, das die Kleidung, die man trägt, mal hart gearbeitet hat!
Warum fällt mir bei solchen Gelegenheiten immer der Untergang des römischen Reiches ein?

Wulff will rausgeschmissen werden

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Die Mutti hat ihn geholt und er bleibt so lange, bis die Mutti ihn wieder wegschickt. Danach sollte das Amt des Bundespräsidenten mindestens für ein paar Jahre unbesetzt bleiben, damit es sich von Köhler und Wulff erholen kann.

Unberechtigtes rummosern

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Immer wieder einmal lese ich in Blogs und Artikeln von Webaktivisten in anderen Medien, dass ausgerechnet Zeitungen/Zeitschriften die Social Media-Plattformen nicht »richtig« nutzen (wer entscheidet, was richtig ist?), dass Journalisten allgemein dem Bloggen und Twittern kritisch gegenüber stehen.
Eher selten (oder garnicht) lese ich, dass ohne Zeitungen/Zeitschriften ein Grossteil der Blogartikel und Twittermeldungen nicht existent wären, da dort überwiegend Meldungen aus/von Zeitungen/Zeitschriften (und anderen Medien) verarbeitet werden. Blogs und Twitter sind insoweit lediglich »Verstärker«.

Sich etwas schön schreiben

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kann man, wenn man will. Und dabei ist dann kein Haken zu scharf, um nicht geschlagen zu werden, wie Karen Horn (s.u.) in der FAZaS zeigt.

Es geht um Luxus, der die Wirtschaft antreibt, darum, dass die Reichen immer mehr haben wollen, damit den Erfindergeist wecken und somit die industrielle Revolution ermöglichen, von der dann die Armen profitieren. Kurz und knapp: Ohne Reiche ginge es den Armen noch schlechter.
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Obdachlose könnten Gemüse anbauen

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Im Süddeutsche Zeitung Magazin, Heft 45 2011, ein Artikel (leider [noch?] nicht online verfügbar) über vier Aktivisten aus USA, Syrien, England und Israel, die für eine gerechtere Gesellschaft aktiv werden.
Ein kleiner Auszug aus dem Gespräch:

Kristen Gwynne: Genau! Das Großartige an Occupy Wall Street und all den anderen Protesten ist doch, dass die Macht wieder bei den Menschen ist. Ich meine, wenn man zum Beispiel Obdachlose mit Essensmarken abspeist, dann bekämpft man doch nur Symptome. Viel besser wäre es, diesen Menschen den Raum zu geben damit sie ihr eigenes Gemüse anbauen, ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen können. Kein Zwang, sondern eigener Wille – dafür steht Occupy Wall Street.

Mit Gemüseanbau bekämpft man auch nur Symptome und weiter: wo sollen die Obdachlosen das Gemüse zubereiten – im Pappkarton unter der Brücke?
Gwynne hat Journalismus studiert, ihr Vater ist Anwalt. Ihre Vorstellung vom Leben Obdachloser scheint sehr romantisch zu sein.
Sie findet es toll, das im Occupy-Camp eine Kochecke eingerichtet wurde, es vegetarisches Essen gibt (»wir wollen uns ja ausgewogen ernähren«), es eine Bibliothek gibt und einen Kindergarten. Da stehen die Obdachlosen und schauen neidisch zu!
Wenn das die Occupy-Bewegung ist, dann wollen wir uns mal weiter ausgewogen ernähren – alles weitere ergibt sich dann. Die Macht ist wieder bei den Menschen!

Kurze Auszeit, statt etwas zu verändern

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Heft 43/2011 des »Süddeutsche Zeitung Magazin« hat als Hauptthema »nette Gastgeber« – Egal, wie weit wir fahren: Am schönsten ist Urlaub da, wo wir uns sofort daheim fühlen.
Südtirol, Neuseeland, Kloster Athos, die Abruzzen, Bali, Kyoto, Chile, Indien. Sätze wie: »Der Dalai Lama brach in Tränen aus, als er hier war – so schön ist es.«, »Man muss nicht religiös sein, um hier das Paradies zu finden.« oder »In der Klosterrepublik leben die Mönche nicht in einer anderen Zeit, aber völlig anders als der Rest der Welt. Ein idealer Zufluchtsort für junge Griechen, die genug von der Krise haben.« zeigen, das es hier in Richtung Idylle, kurzeitig abwenden von der Wirklichkeit, geht. Es wird Kraft getankt, um danach wieder mitzuschwimmen im Strom, den man als Belastung empfindet, aber als nicht änderbar hinnimmt. 14 Tage, vielleicht 3 Wochen, mehr Ausstieg geht nicht. Danach wird wieder mitgeschwommen, aber darüber räsoniert, wie schlimm das alles ist und wie gut es doch die Leute haben, die zwar (materiell) ärmer als wir sind, dafür aber glücklicher. (Um zu diesen glücklichen Menschen zu kommen, muss man allerdings Geld haben!)
Die Zeit ist gerade günstig – werde ärmer, aber glücklicher!

Weltspartag in der Schuldenkrise

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Heute ist in Deutschland bereits Weltspartag, da am 31.10. in einigen Bundesländern Feiertag ist, und »am Weltspartag (sollen) nämlich die Banken und Sparkassen geöffnet haben« sollen.

Vielfach wurden und werden anlässlich des Weltspartags von Banken und Sparkassen Werbegeschenke verteilt, insbesondere Spardosen zum Zwecke der Sparerziehung der nachwachsenden Generation.

In diesem Jahr werden Spardosen an die europäischen Regierungen verteilt, Spardosen so groß wie Silos. Inwieweit dies die Regierungen zum Sparen bewegt, darf bezweifelt werden. Wie das Beispiel Griechenland zeigt, werden die Schulden zum großen Teil erlassen – warum dann sparen? :-)

PI gibt auf – leider nur in Schweden

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Eine Meldung, die optimistisch macht:

“Wir sind am Ende des Weges angekommen”, nehmen die Macher von “Politiskt Inkorrekt” (PI) Abschied von ihrem Publikum. Am 23. Oktober werde der letzte aktuelle Beitrag auf http://politisktinkorrekt.info/ veröffentlicht, Ende Oktober werde die Seite dann ganz aus dem Internet verschwinden.

Grund für die Einstellung:

Die offizielle Begründung für das Aus: zu kurze Personaldecke. Mit dem Tod des Gründers und Chefredakteurs vor einigen Monaten sei “die Arbeitsbelastung unmenschlich” geworden. Doch schlechtere Qualität als bislang wolle man nicht liefern, deshalb lasse man die Seite lieber sterben und komme möglicherweise mit einem anderen Projekt zurück.

Schlechtere Qualität als bisher? – geht das? Und mit dem Zurückkommen hat es keine Eile!!