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Texte und Photos / Kann Spuren von Sinn enthalten

Für’s Abschalten demonstrieren

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Am Samstag in einer Woche (21.08.) wird in Bonn im Wahlkreis des FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle mit möglichst vielen Menschen auf Liegestühlen und Badetüchern »mal richtig abgeschaltet« – sehr zur Verwunderung der Passant/innen. Auf ein Signal hin springen alle auf und entfalten Plakate mit der Aufforderung: »Guido Westerwelle: Atomkraft abschalten!«. Anschließend zieht ein Demonstrationszug durch die Bonner Innenstadt. Zeitgleich finden bundesweit in rund 40 Städten weitere Aktionen statt.

atomkraftwerke abschalten
Aktionsplan: 13.00 Uhr Aktion auf dem Münsterplatz, anschließend Demonstrationszug durch die Remigiusstraße zum Markt, dann weiter durch die Sternstraße, über den Friedensplatz zum Sterntor, und von dort über den Bottlerplatz zurück zum Münsterplatz.
Organisiert wird das Ganze von campact.de.

Atomtod wird versteigert

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Geld regiert die Welt, nichts neues, diese Sentenz, ein altes Sprichwort. Wird oft gebraucht und schnell wieder vergessen.
Kritisch wird es, wenn Geld ohne Not Menschenleben vorgezogen wird, auch wenn es nur eine potentielle Gefahr ist. Restlaufzeiten von Atomkraftwerken sollen versteigert werden – ala Handyfrequenzen!

Bereits im April hatte das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) einen eigenen Vorschlag zum Thema ausgearbeitet: Die Restlaufzeiten sollen als Strommengen versteigert werden. Diesen Vorschlag hat die Financial Times Deutschland nun Koalitionspolitikern vorgelegt. »Das ist ein interessanter Vorschlag, der eine ernsthafte Prüfung verdient«, antwortete jetzt Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU).

Bedarf das wirklich einer Prüfung? Herr Röttgen – sie sind Umweltminister!

Mehr dazu:
Russisch Roulette
Lizenz zum Weiterstrahlen

Lesetipp: Onkel J. Heimatkunde

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Sog. zeitgenössischer Literatur stehe ich eher skeptisch gegenüber. Vieles davon hat etwas von sog. Eintagsfliegen und oft habe ich der Lebenszeit nachgetrauert, die ich damit verbracht habe. Inzwischen gehe ich rigoroser damit um und breche Lektüre schnell und konsequent ab, wenn ich nicht mindestens nach 2 bis 3 Seiten gefesselt bin.
Andreas Maier Onkel J.
Bei dem Buch »Onkel J. Heimatkunde« von Andreas Maier (Erschienen: 15.03.2010 bei Suhrkamp, 131 Seiten, ISBN: 978-3-518-42134-5) bestand diese Gefahr (die Lektüre abzubrechen) zu keiner Zeit. Jede der kurzen Geschichten (die bereits als Kolummne in der Zeitschrift »Volltext« erchienen sind), startet mit dem Wort »Neulich« und spätestens nach den ersten 3 Sätzen war ich in der Geschichte. Heimatkunde ist es, aber auf eine ganz eigene Art, und wer durch den Buchumschlag allein zum Kauf verleitet wird, wird eventuell enttäuscht sein. Es geht um die Wetterau, um Frankfurt, um Nordhessen und um die 80ziger Jahre. Und die Texte sind komisch! Und es geht nicht nur um die Wetterau, sondern es ist die Beschreibung erlebten Zeitgeschehens in bester Form. Mein erstes Buch von Andreas Maier – und sicher nicht das letzte!

Fußballfelder – einmal anders

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Zu Zeiten der Fußball-WM – ein Vergleich ganz anderer Art:

Der Verlust an Biodiversität und die Gefährdung der Flusslebensräume in Österreich schreitet weiter voran. »Jährlich verliert Österreich Naturflächen in der Größe von mehr als 10.000 Fußballfeldern (7.300 Hektar), die in Bau-, Verkehrs- und Freizeitfläche umgewandelt werden«, rechnet WWF-Naturschutzdirekter Andreas Wurzer vor.

Vieles davon ist unwiederbringlich verloren. In Deutschland sieht es nicht besser aus!

Sieht genauso aus wie …

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Neulich war ich mal wieder bei einer Familie, in der sich Nachwuchs eingestellt hatte. Das Übliche »ach wie süß« und so weiter. Ist ja meistens auch so, selbst dann, wenn der Nachwuchs noch durch die Geburtsanstrengung etwas gehandicapt aussieht.
Irgendwann kommt auch der Standardspruch: »Das Kind sieht ja aus wie Onkel … (oder Tante …. oder …)«! Onkel oder Tante sind dann regelmäßig stolz. In einigen Fällen ist das Kind zu bedauern, wenn man sieht, mit wem es verglichen wird (aber das nur am Rande).
Was mir dabei so durch den Kopf geht: Der Onkel (zum Beispiel), dem das Kind so ähnlich sieht, sah bei seiner Geburt ja auch jemanden ähnlich und so weiter. So zieht sich durch die Generationen eine Ähnlichkeitskette, die irgendwo in grauen Urzeiten endet. Insoweit müssten wir eigentlich noch heute wie unsere ganzkörperbehaarten Vorfahren aussehen, was zum Glück nicht der Fall ist (zumindest ist dies in der Regel so). Wahrscheinlich funktioniert das wie »stille Post« – mit jeder neuen Station, jeder Geburt, geht etwas Information, etwas Ähnlichkeit, verloren.

Die binäre Gesellschaft – einmal anders

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Im Binär-, Dual- oder Zweiersystem werden Zahlen nur mit den Ziffern des Wertes Null und Eins dargestellt. Sonst gibt es nichts. Wenn man die Zeichen der Zeit richtig deutet, geht auch die Entwicklung unserer Gesellschaft in diese Richtung; »Zwischentöne« verschwinden immer mehr.

Wie eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) belegt, ist die Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren deutlich gewachsen. Dem DIW zufolge nahm die Zahl der Menschen, die nur ein niedriges Einkommen zur Verfügung haben, von 18 Prozent der Bevölkerung im Jahr 2000 auf beinahe 22 Prozent im Jahr 2009 zu. Gleichzeitig sank das durchschnittliche Einkommen eines Niedriglohn-Singlehaushaltes von 680 Euro im Jahr 2000 auf 645 Euro im Jahr 2008. Das Monats-Singleeinkommen höherer Gehaltsgruppen wuchs im selben Zeitraum von 2.400 auf 2.700 Euro. Hinzu komme, urteilt das DIW, dass die Mittelschichten von 66 Prozent der Bevölkerung (2000) auf 60 Prozent (2009) geschrumpft seien. Dies sei nicht nur deshalb recht problematisch, weil die Mittelschichten “wichtig für den Erhalt der gesellschaftlichen Stabilität” seien. Mit der zunehmenden Polarisierung wachse auch “die Gefahr des Entstehens von Armenvierteln”.

Quelle: german-foreign-policy.com

Feminismus vs Femizissmus

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Aus Diskussionen um das Verhalten von Angehörigen des weiblichen Geschlechts halte ich mich seit langem raus. Man(n) wird da in Nullkommanichts in eine Ecke gestellt, aus der man nicht wieder raus kommt und das meist unabhängig davon, ob das Gesagte zutreffend ist oder nicht. Gäbe es einen Feind, könnte mein Verhalten als »Feigheit vor dem Feind« bezeichnet werden, aber wie gesagt – es gibt keinen Feind, zumindest nicht aus meiner Sicht!
Interessant sind dann für mich Beiträge zu diesem Thema, die von Frauen stammen. Und so etwas findet sich im Heft 22 des »Süddeutsche Zeitung Magazin« vom 04. Juni 2010. Unter dem Titel »That’s why the Lady is a Tramp« schreibt sich Charlotte Raven ihren Frust von der Seele.

Was ist da bloß schiefgelaufen? Es gab mal die tolle Idee des Feminismus, dann wurde daraus Girlpower, dann Narzissmus. Die Frauenbewegung des beginnenden 21. Jahrhunderts ist der Femizissmus.

Ein paar Auszüge aus dem lesenswerten Artikel, der meine Beobachtungen bestätigt – aber ich hätte mich das nie zu schreiben gewagt!

Die Überzeugung vieler Frauen, sie seien etwas Besonderes, und alles, was sie sich wünschten, stehe ihnen natürlich auch zu, hat sich im gleichen Umfang aufgeblasen wie die zwei berühmtesten Argumente der Katie Price.
Wie es so weit kommen konnte? Feministinnen geben gern männlichen Sexisten die Schuld – das ist einfach, aber unfair. In Wahrheit müssen wir Frauen die Schuld ausschließlich bei uns selbst suchen. Während Frauen wie Price unermüdlich ihre Botschaft unters Volk brachten, sind die Feministinnen leichtsinnig und unseriös geworden und dem Sendungsbewusstsein einer Katie Price, die Narzissmus als Lebensentwurf predigt, kaum gewachsen. In einer Umfrage unter tausend britischen Mädchen gaben sechzig Prozent an, »Topmodel« sei ihr bevorzugtes Karriereziel, 25 Prozent konnten sich vorstellen, Stripperin zu werden – für Deutschland gibt es ähnliche Zahlen. Der Wertekatalog hat sich in jeder Hinsicht in Richtung Katie Price verschoben.

…..

Traurig, aber wahr: Der Feminismus hatte sich seiner Verantwortung entledigt, unbequeme Wahrheiten ans Licht zu zerren. Nach zehn Jahren mit aufgeblähtem Ego ist das eingetreten, was vorhersehbar war: Wir sind hyperselbstsicher, hypersexuell und machen keinen Hehl daraus, dass wir alles tun würden, was uns nach ganz oben bringt. Wir sehnen uns noch immer nach der Ekstase des Erfolgs. Ein flüchtiges Gefühl, selbst für diejenigen an der Spitze der Karriereleiter. Was Frauen wollen, ist nicht länger ein Geheimnis. Heute ist es nicht der Beruf, der einen erfüllt, oder ein glückliches Familienleben, sondern Aufstieg im weitesten Sinne.

Das sieht sehr danach aus, dass die Gleichberechtigung so verstanden wurde, möglichst viele negative Eigenschaften der Männer zu übernehmen. Das Credo zum Schluß:

Die Dinge, die uns verletzen, würden niemals »auch Spaß machen« können. Wir würden keine albernen Schuhe mehr tragen oder einen Blog über unser Sexleben schreiben. Vor allem aber würden wir der Verlockung widerstehen, Karikaturen unserer selbst zu sein. Wir würden auf die falschen Wimpern einer Katie Price pfeifen. Wir würden unsere Lust an der Missionarsstellung mit dem Menschen neben uns im Bett wiederentdecken. In jeder Sphäre unseres Lebens wären wir frei genug, uns für die Normalität zu entscheiden.

Mehr Millionäre durch Sparpaket

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Unbeeindruckt durch Banken- und Finanzkrise wachsen die Vermögen – wie sagt der Volksmund: »Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen!«

Im vergangenen Jahr gab es 430.000 Millionärshaushalte in Deutschland, 23 Prozent mehr als im Vorjahr – dank der Erholung auf den Finanzmärkten. Damit rangiert Deutschland auf der Liste der Dollar-Millionäre hinter den Vereinigten Staaten, Japan, China und Großbritannien an fünfter Stelle.

Das sog. Sparpaket der Bundesregierung wird diese Entwicklung sicher nicht ändern, ja diese noch fördern! Frau Merkel wollte doch die Kanzlerin aller Deutschen sein, oder?

Schmackhafte Aussichten?

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»Schmackhafte Aussichten ? – Die Zukunft der Lebensmittelversorgung« so der Titel einer Broschüre (eigentlich ein Buch), die auf 220 Seiten 20 Autoren zu Wort kommen lässt – allesamt mit erfrischendem, zukunftsweisendem und absolut ermutigendem Blickwinkel.

In diesem Buchband beschäftigt sich eine Reihe namhafter AutorInnen und PraktikerInnen aus dem Bereich bäuerlicher und gärtnerischer Landwirtschaft, des Handwerkes und der Kunst wie auch aus der Wissenschaft und dem Tierschutz mit der Frage der Lebensmittelversorgung der Zukunft. Die Beiträge sind überwiegend in einem essayistischen Stil gehalten. Anlass war die Allgegenwart einer »multiplen Krise«, die durch Klimawandel, Kriege, Finanzkrisen, einer steigenden Zahl von Flüchtlingen und von Armut und Hunger betroffenen Menschen ihre Ausprägung findet. Dies führt zusehends zu Hoffnungslosigkeit, Unsicherheit und dem Gefühl der Machtlosigkeit. Die in diesem Band enthaltenen Anregungen sollen die Gestaltbarkeit der Zukunft aus der Gegenwart heraus vor Augen führen. Die AutorInnen haben mit geistreicher Kreativität und großem Mut Visionen für eine gesicherte, faire und nachhaltige Lebensmittelversorgung aufgezeigt.

So die österreichische Bundesanstalt für Bergbauernfragen, die die Brochüre herausgegeben hat.

Die Broschüre steht als PDF (2,5MB) zum Download bereit.