HFs Libreta

Texte und Photos / Kann Spuren von Sinn enthalten

Herr Grube macht es richtig, aber nicht besser!?

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Herr Grube, der uns Allen bekannte »Bahnchef«, hat sich anscheinend seiner Kindheit erinnert und daraus gelernt. Er hat Defizite seines Unternehmens im Umgang mit dem Winter eingeräumt.
Als Kind habe ich gelernt, dass es hilfreich ist, einen Fehler zuzugeben, denn das kommt bei den Erwachsenen gut an. Meistens so gut, dass ich dann »aus dem Schneider war«.
Herr Grube hat anscheinend dieselbe Erfahrung gemacht. Anders als Herr Mehdorn, gibt er Fehler zu, aber es ändert sich nicht viel. Versprechungen werden gemacht, die dann vom nächste Frühling, Sommer, Herbst und Winter überholt werden. Die unendliche Geschichte!?
Jetzt sollen mehr ICEs angeschafft werden, was anscheinend als Allheilmittel gilt. Meines Wissens waren es aber nicht allein ICE-Mängel, die uns Reisende frustrierten.
Das ist aber die einfachste »Lösung«, zumal man damit auch den ICE-Herstellern noch etwas Gutes tut. Was ist mit Investitionen beim Personal?

Kindertraum: unsichtbar sein

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Als Kind war ich (und wohl alle Kinder) davon fasziniert, wenn sich jemand unsichtbar machen konnte, obwohl ich wusste, dass es sich dabei um Märchen oder fantastische Geschichten handelt. Eine Tarnkappe hat sich wohl schon jeder einmal gewünscht! Wie das »unsichtbar machen« funktionieren könnte – darüber hatte ich keine Vorstellung. Es reichte »zu wissen«, das die Tarnkappe das regelt. Ich nahm an, das man dann sozusagen »weg« ist.
Das dies nicht nur ein Traum ist bzw. bleibt, ging mir jetzt durch den Sinn, als ich die Bilder von Liu Bolin gesehen habe. Er ist da, wird aber nicht gesehen, da er perfekt in die Umgebung eingefügt ist. Gäbe es eine Folie, ein Gerät, die dies in hoher Geschwindigkeit vornehmen könnten, hätte ich meine Tarnkappe. Im Film »Predator« wird dies ansatzweise demonstriert. Ich bin jetzt überzeugt davon, dass es irgendwann derartige Tarnkappen geben wird.

Deutschboden – Eine voyeuristische Beobachtung

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»Moritz von Uslar geht in eine Kleinstadt im Osten Deutschlands, er bleibt drei Monate und kehrt mit dieser großen Erzählung, einer Geschichte der Gegenwart, die gleichzeitig Reportage und Abenteuerroman ist, zurück.« – so wirbt der Verlag für dieses Buch (Moritz von Uslar, Deutschboden Eine teilnehmende Beobachtung; ISBN: 978-3-462-04256-6).
Ein Voyeur reist ins unbekannte Land, auf der Jagd nach möglichst »authentischen« Sprüchen. Es muss richtig krachen und je öder, desto besser. Soviel Exotik und das nur eine Autostunde entfernt von Berlin. Toll, wie sich jemand über das Wort »Arschjeige« so freuen kann. Es geht ums Sprüche sammeln, und der »Reporter mit Hut« ist immer dann happy, wenn etwas kommt, was er nicht versteht, noch nicht gehört hat. Und je durchgeknallter die Menschen handeln, desto mehr Spass hat unser »Reporter mit Hut«. Das Buch trägt den Untertitel »Eine teilnehmende Beobachtung« – das ist es leider nicht. Schade.

Zeitstrukturen [2]

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Im Urlaub zählte ich die Tage, die ich noch hatte, bis es wieder zurück ging. Danach zählte ich dann die Tage, bis wieder Urlaub ist oder bis zum nächsten Ereignis, das eine willkommene Unterbrechung der Arbeitszeit darstellen sollte. So war das Leben strukturiert, immer kam etwas »danach«.
Jetzt, nachdem die aktive Arbeitszeit passé ist, habe ich noch keinen Zugang zu einer neuen Strukturierung gefunden. Die ersten 4 Wochen waren noch wie Urlaub und es kam mir unwillkürlich der Gedanke, wann Schluß ist, wann ich wieder arbeiten gehen muss. Dieser Gedanke wird aber mit jedem Tag weniger.
Jetzt sehe ich die Zukunft als Zeitraum, der sich mit jedem Tag verringert, also mit jedem vergehenden Tag kleiner wird. So ist es ja auch; aber die Strukturierung früherer Zeiten in »Blöcke« war angenehmer. Eine neue Struktur muss her.

Zeitstrukturen

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Es braucht, um bestimmte Dinge/Sachverhalte zu vergegenwärtigen. Manchmal Jahrzehnte.
Mein Leben ist/war zeitlich strukturiert – durch Kalender, Uhren, Vereinbarungen – unterteilt in Freizeit, Arbeit, Wochenende, Wochentage. Die Aufteilung in Arbeit und Freizeit ist inzwischen obsolet. Diese zeitliche Strukturierung habe ich mir bisher garnicht »vor Augen geführt« – das ist so »normal«, dass ich darüber nicht nachgedacht habe.
Jetzt kommt mir zu Bewusstsein, dass bestimmte zeitliche Strukturen »man made« sind. Die Unterscheidung in Montag, Dienstag, …. gibt es ohne Kalender nicht. Auch die dadurch geschaffene »Woche« ist kalendergebunden. Ich arbeite nicht mehr und schon entfällt für mich die Aufteilung in Wochentage, mehr oder weniger. Das Wissen, welchen Tag wir gerade »haben«, wird immer blasser. Auch die Aufteilung eines Tages in Uhrzeiten, Stunden, ist ebenso künstlich.
Die Natur schafft eine Struktur durch Tag vs Nacht, Morgen, Mittag, Abend, die Jahreszeiten, den Sonnenstand – das war es dann schon. Die anderen Zeitstrukturen schaffen wir uns.

Wieder eine Enttäuschung reicher

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Herr Joschka Fischer nutzt seine Bekanntheit (und seine Verbindungen?) aus; daran habe ich mich gewöhnt. Die Wunde ist vernarbt.
Alice Schwarzer schreibt jetzt für die Bildzeitung, als »Hofberichtsreporterin« vom Kachelmann-Prozess. Sie begründet dies auch in einem Artikel bei BILD (»Warum ich für BILD vom Kachelmann-Prozess berichte«).

Den konnte ich immer gut leiden. Ich war mehrfach in einer seiner Sendungen. Und einmal haben wir sogar Rock ’n’ Roll zusammen getanzt. Live. Und uns ziemlich amüsiert. Ich bin also eine von vielen, denen das scheinbar Unbekümmerte, das Lässige an ihm gefiel.

Wenn dem so ist, dann kann sie ihn halt gut leiden. Aber muss man deswegen als Alice Schwarzer für BILD schreiben? Oder ist das inzwischen die einzige Zeitschrift, die Alice Schwarzer noch veröffentlicht?
Ein Zeitalter geht zu Ende.

Zur Arbeit

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fahre ich von Montags bis Freitags, jeweils einschließlich, wie es so schön heißt. Die letzten Wochen war das, wie immer während der Ferienzeit, sehr entspannt. Im Zug habe ich einen Doppelsitz allein, kann meinen Rucksack in Reichweite abstellen, komme an den Inhalt ohne aufzustehen, einen Fahrgast aufstehen zu lassen. Sonst unterbleibt das; der Rucksack liegt in der Gepäckablage und was nicht vorher herausgenommen wurde, bleibt verpackt. Lesen, Notizen machen ist somit jetzt einfach möglich.
Im Zug sind auch immer ein paar Handwerker, die zu ihrer Firma, ihrer Einsatzbaustelle, unterwegs sind. Ihr Äußeres wirkt immer so, als ob sie gerade von der Arbeit kommen. Kleidung und Gepäck haben anscheinend schon mehrere Tage Einsatz hinter sich. Umziehen vor und nach der Arbeit ist nicht mehr möglich/üblich. Warum sieht man so wenig Menschen in Kochkleidung, Krankenschwesterkittel im Zug? In diesen Berufen ist umziehen noch üblich.