»Was empfindet Vergnügen in uns? Ist es die Hand, ist es der Arm, ist es das Fleisch, ist es das Blut?
Man wird erkennen, daß es etwas Immaterielles sein muß.«
(Blaise Pascal)
Vergnügen in uns
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»Was empfindet Vergnügen in uns? Ist es die Hand, ist es der Arm, ist es das Fleisch, ist es das Blut?
Man wird erkennen, daß es etwas Immaterielles sein muß.«
(Blaise Pascal)
Wir sind für das Mittelmaß geschaffen, wir Mitteleuropäer.
Steigt die Gradanzeige im Termometer über +30°C oder sinkt sie unter -10°C, verfallen wir in Lethargie, verlassen unseren kühlenden oder wärmenden Bau möglichst nicht. Das Leben ausserhalb kommt zum Stillstand, meint man. Schöpfen wir Kraft für die gemäßigten Temperaturen?
Gleich geht es ‘raus, trotzdem; die gefiederten Flugfähigen versorgen, etwas Sonne tanken, Vitamin D generieren.
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Neulich ein Interview mit einem »Wendekind«, einer jungen Frau, die 1990 zehn Jahre alt war und jetzt ein Buch geschrieben hat, in dem sie ihre Wendeerfahrungen schildert/verarbeitet. Die Interviewerin fragt, was ihre Eltern zu dem Buch sagen, ob sie sich mit den Eltern über deren Leben in der DDR unterhalten hat. Hat sie und auch die Frage gestellt, wie sie, die Eltern, das denn alles mitmachen konnten; sie hätten doch gewusst, was da so alles schief läuft und welche Grausamkeiten im Namen des Sozialismus begangen wurden.
Diese Frage (sinngemäß) wurde auch der Generation gestellt, die ihr Leben im sog. Dritten Reich gelebt hat; damals, in den Sechzigern mussten sie sich das beantworten. Beide Generationen konnten es nicht legitimieren, dass sie nicht gegen das jeweilige Regime aufgestanden sind, das sie sich nicht verweigert haben. Das Leben hat sich so ergeben, könnte man als Begründung sagen. Eine Entschuldigung ist das nicht.
Was werden wir gefragt, irgendwann? Unrecht, Grausamkeiten, vergleichbar mit dem, was im Dritten Reich oder der DDR geschah, sind in der Bundesrepublik glücklicherweise nicht zu beklagen. Aber können wir den Fragen künftiger Generationen entspannt entgegen sehen? Welche Fragen könnten uns gestellt werden?
Dies wären nur ein paar mögliche Fragen; es gibt noch mehr, viel mehr. Unsere Antworten darauf werden genauso hilflos sein, wie die Antworten der früheren Genrationen auf die Fragen zu deren Mitläuferschaft.
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Man wählt, um ein Schiff zu steuern, nicht denjenigen von den Reisenden aus, der dem vornehmsten Geschlecht entstammt.
(Blaise Pascal)
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Um Schmerzen zu vermeiden, nimmt der Körper passende Haltungen ein. Diese können zu dauerhaften körperlichen Deformierungen führen, die dann Schmerzen auslösen.
Ähnliches gibt es auch im moralisch-ethischen Bereich oder in zwischenmenschlichen Beziehungen. Hier sieht man nur die Deformierungen nicht sofort.
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Wird jemand »unverschuldet« arm, haben wir Mitleid; ihm wird geholfen, manchmal widerwillig. Dem »Wiederholungstäter« wird die Hilfe irgendwann versagt.
Wird jemand »unverschuldet« reich (dann sagt man »unverdient«) wird er beneidet, obwohl er es nicht verdient hat. Ihm müßte auch geholfen werden, indem man ihm von einem Großteil seines Reichtums entlastet, den er ja nicht verdient hat.
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Die Begründung, die Entschuldigung für eine Handlung lautet ab und an: »Wenn ich es nicht gemacht hätte, hätte es ein Anderer getan.«. Schön wäre: »Wenn ich es nicht tue, macht es vielleicht auch ein Anderer nicht.«
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Gedanken von Stefan Lau zum Karneval der Kulturen, seiner Entwicklung und Problemen beim Das Kulturmanagement Blog.
Sollte es das wirklich gewesen sein? Afoxé Loni ist nicht die einzige Gruppe die sich den Karneval nicht mehr leisten kann und es werden weitere folgen. Soll der Karneval der Kulturen zu einer Massenveranstaltung werden bei dem es nur darum geht möglichst viel Touristen und Berliner auf die Straße zu locken damit die Geschäfte guten Umsatz machen? Masse statt Klasse? Elektronische Musik statt Folklore?
Anregungen, wie die drohende Entwicklung vermieden werden kann gibt es; dazu »müssten sich aber die Vertreter der Senatsverwaltung mit der Werkstatt der Kulturen und den Organisatoren der großen etablierten Gruppen an einen Tisch setzen und über eine Neustrukturierung reden mit dem Ziel, den Leitgedanken wieder aufzunehmen und eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen die Europaweit ihresgleichen sucht.«
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Immer wieder lese und höre ich von der sog. schweigenden Mehrheit. Nur eine Minderheit artikuliert sich und hält den Laden am Laufen. In Griechenland haben z.B. ca. 100.000 Menschen gegen den Sparkurs demonstriert (Einwohner: ca. 10,8 Mio.). Das Verhältnis der Demonstranten in Ägypten zur Einwohnerzahl dürfte mindestens ähnlich sein.
Bei solchen Zahlen fällt mir das Paretoprinzip ein, obwohl dieses Prinzip von einer 80:20-Verteilung ausgeht und somit viel optimistischer hinsichtlich der Menge der wesentlichen Minderheit ist. Die Berechtigung einer Anwendung des Paretoprinzips auf gesellschaftliche Vorgänge und Kräfteverhältnisse ist sicher zweifelhaft, wenn nicht gar weit hergeholt, aber auch hier zeigt sich, das eine Minderheit (egal, wie hoch die prozentualen Verhältnisse sind) der Beweger, der Änderer ist. Die Frage, die ich mir stelle: Warum schweigt die schweigende Mehrheit?
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Muss erst das Schlechte durchlaufen werden, um zum Guten zu kommen?