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Texte und Photos / Kann Spuren von Sinn enthalten

Kinderlos – bin ich ein Sozialschmarotzer?

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Wir haben keine Kinder. Warum dies so ist, geht nur uns etwas an. Wir haben 43 Jahre gearbeitet, Steuern und Sozialabgaben gezahlt. Das ist anscheinend nicht ausreichend. Kinderlose wie wir, sollen mehr Sozialabgaben zahlen, wenn es nach Mitgliedern der CDU geht.

Da kinderlos, haben wir von unserem Einkommen einen entsprechend hohen Satz an Steuern gezahlt. Die Sozialabgaben orientierten sich an unserem Gehalt, welches vielleicht weil wir kinderlos waren, höher war, als das von Arbeitenden mit Kindern und somit auch zu höheren Sozialabgaben führte. Von unseren Steuern wurde und wird u.a. auch das Bildungssystem bezahlt und auch Kindergeld wird aus Abgaben gezahlt, für die wir mit aufkommen. Unsere Krankenversicherungsbeiträge enthielten auch Anteile dafür, das Kinder im Rahmen der Krankenversicherung der Eltern ohne besonderen Beitrag versichert sind.

Wir sind für eine dauerhafte Erhaltung unseres Sozialsystems, wozu auch das Rentensystem gehört. Das Rentensystem basiert auf dem Solidarprinzip; die Beitragszahlung orientiert sich am Gehalt, ist ein einheitlicher Prozentsatz (und wurde gerade von der CDU-geführten Regierung reduziert). Es steht anscheinend gut um unser Rentensystem!

Wenn Kinderlose künftig mit einer »Sondersteuer« belegt werden sollen – bekommen sie diese erstattet, wenn sie später doch noch Kinder bekommen? Müsste – um es gerecht zu machen – dann nicht auch eine »Sondersteuer« abhängig von der Kinderzahl gezahlt werden? Denn je mehr Kinder, desto mehr künftige Beitragszahler.

Erwartung im Web

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Im Web herrscht erwartungsvolle Spannung, Ruhe vor dem Sturm? Wulff ist zurück getreten; offen ist, ob er noch lebenslang alimentiert wird. Falls nicht, wird sicher einer seiner vielen Freunde einspringen!
Wer wird Nachfolger? Darauf ist die Webgemeinde gespannt; wie lautet der neue Hashtag bei Twitter? Ist jetzt wieder die FDP dran?

Alles Volks, oder was?

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Gestern auf dem Weg durch den Buchladen fällt mein Blick auf den »Volks-Duden«; kommt von der BILD-Zeitung!
Mal abgesehen von dem Wort »Volks« – ist in diesem »Volks-Duden« BILD-Deutsch (und dies dann Volksdeutsch)? Falls nicht – warum dann nicht der »normale« Duden?

By the way: In der DDR gab es eine Volksarmee, eine Volkskammer, eine Volkspolizei, eine Volkssolidarität … – übernimmt dies die BILD-Zeitung jetzt?

Vom ADHS ins Burn out

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Erst ADHS

Ritalin ist eine Pille gegen eine erfundene Krankheit, gegen die Krankheit, ein schwieriger Junge zu sein. Immer mehr Jungs bekommen die Diagnose. Die Pille macht sie glatt, gefügig, still und abhängig.

dann Burn out

Wenn über den Burnout geredet wird, handelt es sich meist um ein Jammern auf hohem Niveau. Das larmoyante Breittreten der Luxusproblemchen von Leuten mit fünfstelligem Monatseinkommen ist die wahre spätrömische Dekadenz unserer Zeit, meint Konstantin Sakkas.

Die Klugheit des Systems und die Dummheit seiner Elemente

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»Die Klugheit des Systems basiert auf der Dummheit seiner Elemente. Jedenfalls müssen die Elemente eines gut funktionierenden Systems dumm genug sein, um das System selber nicht zu verstehen, allerdings klug genug, um sich einreden zu können, sie täten es und verteidigten es gegen neue und alte Feinde: die neue Unterschicht, die Nicht-Wähler, die Systemverweigerer, die ‘Bildungsfernen’, das Ghetto, das Prekariat, die Intellektuellen, lauter Elemente, die sich der Halbdummheit des Mainstream nicht bedienen. Tasächlich enthält das System Elemente, die sich ihrerseits dem System nicht zugehörig fühlen. Die Reaktion der Rechten darauf ist klar: Sie wollen sie ‘ausgrenzen’ (und wenn ihre rassistische Idealgemeinschaft schon mal beim Ausgrenzen ist …). Auch die Reaktion der Linken ist klar: Sie wollen sie ‘integrieren’. Das System selber ist klüger. Es setzt seine Blödmaschinen ein.«

(aus: Markus Metz, Georg Seeßlen; »Blödmaschinen – Die Fabrikation der Stupidität«; edition suhrkamp 2609, 780 Seiten, ISBN: 978-3-518-12609-7)

Jede Generation fragt wieder neu

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Neulich ein Interview mit einem »Wendekind«, einer jungen Frau, die 1990 zehn Jahre alt war und jetzt ein Buch geschrieben hat, in dem sie ihre Wendeerfahrungen schildert/verarbeitet. Die Interviewerin fragt, was ihre Eltern zu dem Buch sagen, ob sie sich mit den Eltern über deren Leben in der DDR unterhalten hat. Hat sie und auch die Frage gestellt, wie sie, die Eltern, das denn alles mitmachen konnten; sie hätten doch gewusst, was da so alles schief läuft und welche Grausamkeiten im Namen des Sozialismus begangen wurden.

Diese Frage (sinngemäß) wurde auch der Generation gestellt, die ihr Leben im sog. Dritten Reich gelebt hat; damals, in den Sechzigern mussten sie sich das beantworten. Beide Generationen konnten es nicht legitimieren, dass sie nicht gegen das jeweilige Regime aufgestanden sind, das sie sich nicht verweigert haben. Das Leben hat sich so ergeben, könnte man als Begründung sagen. Eine Entschuldigung ist das nicht.

Was werden wir gefragt, irgendwann? Unrecht, Grausamkeiten, vergleichbar mit dem, was im Dritten Reich oder der DDR geschah, sind in der Bundesrepublik glücklicherweise nicht zu beklagen. Aber können wir den Fragen künftiger Generationen entspannt entgegen sehen? Welche Fragen könnten uns gestellt werden?

      Warum habt ihr nichts gegen den Hunger in der Welt getan?
      Warum habt ihr nichts gegen Folter in der Welt unternommen?
      Warum habt ihr zugelassen, das spätere Generationen mit eurem Wohlstandsmüll belastet werden?
      Warum habt ihr nicht früh genug etwas gegen den umweltzerstörenden Individualverkehr unternommen?

Dies wären nur ein paar mögliche Fragen; es gibt noch mehr, viel mehr. Unsere Antworten darauf werden genauso hilflos sein, wie die Antworten der früheren Genrationen auf die Fragen zu deren Mitläuferschaft.

reclothing als Ersatz

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Taschen aus gebrauchten LKW-Planen oder schweizer Militärdecken sind ja mitlerweile schon wieder ein alter Hut. Künstlich gealterte Jeans ebenso. Da muss was Neues her – und das ist Kleidung aus recyclter, getragener Arbeitskleidung. Das Zauberwort: reclothing!
Die Gebrauchsspuren durch Arbeit erzeugt der Arbeiter – der Trendsetter trägt die aufgearbeitete Kleidung mit diesen Gebrauchsspuren als Zeichen dafür, dass er nicht körperlich arbeiten muss, sozusagen als Achtung des hart arbeitenden Menschen?! Da schmeckt der Latte gleich doppelt so gut, wenn man weiß, das die Kleidung, die man trägt, mal hart gearbeitet hat!
Warum fällt mir bei solchen Gelegenheiten immer der Untergang des römischen Reiches ein?

Wulff, das Eigenheim, die Architektur

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Das es hässlich ist, das Eigenheim der Familie Wulff, ist eine Seite; das man daraus noch mehr ableiten kann, zeigt NIKLAS MAAK in seinem Artikel bei der FAZ:

Die Affäre Wulff zeigt, wie der Traum vom Einfamilienhaus zum Albtraum werden kann. Aber was wäre die Alternative? Wie könnten wir leben? Die Architektur Japans weist einen Weg.

Zum kompletten Artikel von Niklas Maak: >>> Der Fluch des Eigenheims

Die Toten können sich nicht wehren

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Viele Denker und ihre Denkergebnisse werden später, nach ihrem Tod, missbraucht, missbraucht aus vielerlei Gründen. Dafür gibt es zahlreiche Beispiele: Karl Marx, Friedrich Nietzsche seien genannt.
Schlimm ist es, wenn durch den Missbrauch eine Rückwirkung entsteht. Dies bleibt Adorno hoffentlich erspart – wieso Adorno? Hierzu siehe die Diskussion um Thea Dorn bei Klaus Baum und Feynsinn:

Die Aufregerin …
Noch einmal zu Thea Dorn
Ist Thea Dorn jetzt größenwahnsinnig? Sei meint: Den Sozialstaat schaffe ich auch noch.
Thea Dorn und Kafkas Josefine
Thea Dorns gestammeltes Neusprech