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Texte und Photos / Kann Spuren von Sinn enthalten

Heute kommt er, der Neue

| Abgelegt unter: Regierung

Heute passiert es, ob wir wollen oder nicht. In Berlin treffen sich die Volksvertreter, um einen neuen BuPrä zu küren. Heute ist er, zum Glück, zu Ende, der Hype um den Neuen. Das Medientheater um zwei der Kandidaten (der dritte bzw. die Dritte fand in den Medien quasi nicht statt) konnte problemlos mit »Deutschland sucht den Superstar« mithalten. Der vom letzten BuPrä monierte fehlende »Respekt vor dem Amt« war nicht Gegenstand der Überlegungen.
Egal wer es letztlich wird – er wird erst einmal daran arbeiten müssen, das Amt in seriöses »Fahrwasser« zurück zu bringen. Vielleicht hilft ihm dabei die Fussball-WM. Frau Merkel fliegt erst einmal nach Südafrika, um die deutsche Mannschaft zu unterstützen (wie mag das aussehen?). Vielleicht gefällt es ihr dort und sie sucht sich eine neue Bleibe, als Wildhüterin oder was auch immer. Ich glaube, niemand würde merke(l)n, dass sie nicht mehr da ist.

Die Hitze, die Bahn und die Raumfahrt

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Wie jeden Werktag mit der Eisenbahn unterwegs. Jetzt, im Sommer, noch nerviger als sonst – es kommt mit zunehmenden Temperaturen eine weitere Belastung hinzu. Neben prall gefüllten Regionalbahnen, Verspätungen (»wir danken für Ihr Verständnis!«), sich nicht öffnenden Türen nun auch noch die Hitze. Klimaanlagen sind in den Zügen vorhanden, laufen aber mit kaum spürbarer Kraft oder garnicht. Fenster lassen sich nicht öffnen. 30 Min. können da sehr lang werden. Der Versuchung, auf das klimatisierte Auto auszuweichen, ist kaum zu widerstehen. Noch schaffe ich es.
Die Gedanken schweifen in solchen Momenten hitzebenebelt durch das immer wärmer werdende Hirn und dabei kommt auf einmal die Erkenntnis (ausgelöst durch die momentanen äußeren Umstände), dass es völlig unmöglich scheint, einen der großen Träume der Menschheit – mit riesigen Raumschiffen durchs All zu fliegen – zu verwirklichen. Falls doch, dann sicher nicht von einem Unternehmen, welches auch nur ansatzweise mit terrestrischem Personentransport zu tun hat/zu tun hatte. Es müßte eine völlig neue Spezies sein, die den Weltraumtransport technisch möglich macht und organisiert. Ich bin mir aber sicher, das dies nicht gelingen wird. Und falls doch, dann haben die Raumschiffe Verspätungen im Bereich von Lichtstunden (»wegen Störungen im Betriebsablauf!«) oder man kommt in einer völlig anderen Galaxie an, als angekündigt. Es wird wohl nichts mit »Beam me up, Scotty« – mir würde es schon reichen, ich käme pünktlich, entspannt und nicht völlig durchgeschwitzt von Köln nach Bonn – es müßte nicht mal gebeamt sein!

Gemischter Salat [1]

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Gegen die Einsamkeit
Eine Sendung im Radio über Waschsalons. Die Besitzer, die die Salons heute mit einem Cafe und einem Shop versehen, um die Wartezeit angenehmer zu gestalten, berichten von alten Menschen, die nur deswegen im Waschsalon ihre Wäsche waschen (obwohl sie eine eigene Waschmaschine zu Haus haben), weil sie dort einen Vormittag in Gesellschaft verbringen können.

Jedem seinen Breitbandanschluss
Eine schnelle Internetverbindung ist wichtig, sagt auch unsere Kanzlerin. 30km von der Telekomzentrale sieht das dann so aus.

Unmut im beschaulichen Fritzdorf: Aufgebrachte Kunden der Telekom sind seit Wochen ohne Telefon und kommen nicht ins Internet. Dafür fallen bei einigen auch noch doppelte Gebühren und viel Ärger an. Andere DSL-willige Kunden haben keine Zugangsdaten, keinen Splitter, dafür Router im Doppelpack.

Ein Bekannter von uns hat bei der Telekom gearbeitet, im technischen Außendienst. Er wurde jetzt (Anfang 50 Jahre alt) mit einer hohen Abfindung in den »Ruhestand« versetzt

Kommunen haben kein Geld?
Die Kommunen sind überschuldet, bis auf wenige Ausnahmen. Das hindert aber nicht daran, die abenteuerlichsten Vorhaben zu beginnen, die in einem Fiasko enden. Paradebeispiel: Das World Conference Center Bonn (WCCB). Wer sich ein Bild davon machen will, wie mit Steuermitteln umgegangen wird, sollte sich die vorzügliche Serie zu diesem Thema beim General-Anzeiger-Bonn zu Gemüte führen – aber Vorsicht: hoher Frustfaktor!

Sieht genauso aus wie …

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Neulich war ich mal wieder bei einer Familie, in der sich Nachwuchs eingestellt hatte. Das Übliche »ach wie süß« und so weiter. Ist ja meistens auch so, selbst dann, wenn der Nachwuchs noch durch die Geburtsanstrengung etwas gehandicapt aussieht.
Irgendwann kommt auch der Standardspruch: »Das Kind sieht ja aus wie Onkel … (oder Tante …. oder …)«! Onkel oder Tante sind dann regelmäßig stolz. In einigen Fällen ist das Kind zu bedauern, wenn man sieht, mit wem es verglichen wird (aber das nur am Rande).
Was mir dabei so durch den Kopf geht: Der Onkel (zum Beispiel), dem das Kind so ähnlich sieht, sah bei seiner Geburt ja auch jemanden ähnlich und so weiter. So zieht sich durch die Generationen eine Ähnlichkeitskette, die irgendwo in grauen Urzeiten endet. Insoweit müssten wir eigentlich noch heute wie unsere ganzkörperbehaarten Vorfahren aussehen, was zum Glück nicht der Fall ist (zumindest ist dies in der Regel so). Wahrscheinlich funktioniert das wie »stille Post« – mit jeder neuen Station, jeder Geburt, geht etwas Information, etwas Ähnlichkeit, verloren.

21 Juni – WORLD-HANDSHAKE DAY

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Worl Handshake-Day
Am 21.6.2010 ist bereits zum 2. Mal WORLDHANDSHAKE DAY. An diesem Tag (Sonnenwende) sollen soviel Menschen wie möglich mit Freunden, Familien, Kindern weltweit zum Wasser gehen (Fluss, Meer, See, …), die Hände ins Wasser halten und sich mit allen in Liebe und Frieden verbunden fühlen. Der Initiator, Ivan Župa, schreibt:

One day an old man told to me the following words:
“My son, place your hand here in the sea and you are united with the whole world.”
These wise words led to an idea, a vision especially after the tsunami disaster.
Now, as I am 55 years old, I would like to forward this old man’s vision,
a vision that helps taking away the fear of those that have been
so terribly affected by the latest disaster.

Place your hand in the sea and shake hands with the whole world, feel united.

Kann daraus mehr erwachsen oder ist der Moment der Gemeinsamkeit schnell vergessen? Was machen wir aus dem gemeinsamen Händehalten?

Merkels nicht gehaltene Rede

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Im »Süddeutsche Zeitung Magazin« findet sich der Entwurf einer Rede, die die Bundeskanzlerin nach Meinung der Redaktion halten sollte. Sie beginnt wie folgt:

Es fällt mir nicht leicht, aber ich muss politischen Bankrott anmelden: Mein Bundespräsident ist zurückgetreten, mein Kandidat für die Nachfolge nur zweite Liga. Die Wahl in Nordrhein-Westfalen war ein Desaster, der Euro ist angezählt, daran bin auch ich nicht ganz unschuldig. Und wenn die Griechen mit dem Sparen nicht tatsächlich Ernst machen, können wir unsere jüngsten Sparbeschlüsse gleich wieder vergessen.

Ich könnte das jetzt alles sprachlich bemänteln, darin sind wir Politiker schließlich Profis. Ich könnte sagen: »Wir meistern die Aufgabe, die auf dem Tisch liegt.« Oder: »Wer Bundeskanzler werden will, der weiß, dass es solche Phasen gibt.« Hab ich auch alles schon so gesagt. Aber würde heute jemand einen Strich unter die Arbeit meiner Regierung ziehen, was würde übrig bleiben? Steuern für Hoteliers gesenkt, Bundespräsident weg, Bau des Stadtschlosses in Berlin auf unbestimmte Zeit verschoben. Kurz gesagt: Wir sind gescheitert. Das Land treibt ziellos vor sich hin. …

Diese Rede wird sie nicht halten, mag sie auch noch so zutreffend sein. Schade, wäre interessant, wie die Öffentlichkeit, wie wir darauf reagieren würden!

Die binäre Gesellschaft – einmal anders

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Im Binär-, Dual- oder Zweiersystem werden Zahlen nur mit den Ziffern des Wertes Null und Eins dargestellt. Sonst gibt es nichts. Wenn man die Zeichen der Zeit richtig deutet, geht auch die Entwicklung unserer Gesellschaft in diese Richtung; »Zwischentöne« verschwinden immer mehr.

Wie eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) belegt, ist die Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren deutlich gewachsen. Dem DIW zufolge nahm die Zahl der Menschen, die nur ein niedriges Einkommen zur Verfügung haben, von 18 Prozent der Bevölkerung im Jahr 2000 auf beinahe 22 Prozent im Jahr 2009 zu. Gleichzeitig sank das durchschnittliche Einkommen eines Niedriglohn-Singlehaushaltes von 680 Euro im Jahr 2000 auf 645 Euro im Jahr 2008. Das Monats-Singleeinkommen höherer Gehaltsgruppen wuchs im selben Zeitraum von 2.400 auf 2.700 Euro. Hinzu komme, urteilt das DIW, dass die Mittelschichten von 66 Prozent der Bevölkerung (2000) auf 60 Prozent (2009) geschrumpft seien. Dies sei nicht nur deshalb recht problematisch, weil die Mittelschichten “wichtig für den Erhalt der gesellschaftlichen Stabilität” seien. Mit der zunehmenden Polarisierung wachse auch “die Gefahr des Entstehens von Armenvierteln”.

Quelle: german-foreign-policy.com

Ein Thema beherrscht die Blogosphäre

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Es gibt ein Thema in der Blogosphäre, welches wohl sämtliche Rekorde brechen wird – Rekorde, was die Anzahl der Artikel betrifft, als auch Rekorde bei den Kommentaren. Einen Artikel zum Thema habe ich gesehen, der war mit sage und schreibe 218 Kommentaren versehen (gebt bei Google mal bei Blogsuche das Stichwort »Vuvuzela« ein und ihr wisst, was ich meine).
In Blogs werden Tipps gegeben, wie man die Vuvuzela-Töne herausfiltern kann.
Ein Hype sondergleichen. Schön, wenn das unsere Sorgen sind!