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Texte und Photos / Kann Spuren von Sinn enthalten

Die Klugheit des Systems und die Dummheit seiner Elemente

| Abgelegt unter: Gesellschaft

»Die Klugheit des Systems basiert auf der Dummheit seiner Elemente. Jedenfalls müssen die Elemente eines gut funktionierenden Systems dumm genug sein, um das System selber nicht zu verstehen, allerdings klug genug, um sich einreden zu können, sie täten es und verteidigten es gegen neue und alte Feinde: die neue Unterschicht, die Nicht-Wähler, die Systemverweigerer, die ‘Bildungsfernen’, das Ghetto, das Prekariat, die Intellektuellen, lauter Elemente, die sich der Halbdummheit des Mainstream nicht bedienen. Tasächlich enthält das System Elemente, die sich ihrerseits dem System nicht zugehörig fühlen. Die Reaktion der Rechten darauf ist klar: Sie wollen sie ‘ausgrenzen’ (und wenn ihre rassistische Idealgemeinschaft schon mal beim Ausgrenzen ist …). Auch die Reaktion der Linken ist klar: Sie wollen sie ‘integrieren’. Das System selber ist klüger. Es setzt seine Blödmaschinen ein.«

(aus: Markus Metz, Georg Seeßlen; »Blödmaschinen – Die Fabrikation der Stupidität«; edition suhrkamp 2609, 780 Seiten, ISBN: 978-3-518-12609-7)

Jede Generation fragt wieder neu

| Abgelegt unter: Gesellschaft Verantwortung

Neulich ein Interview mit einem »Wendekind«, einer jungen Frau, die 1990 zehn Jahre alt war und jetzt ein Buch geschrieben hat, in dem sie ihre Wendeerfahrungen schildert/verarbeitet. Die Interviewerin fragt, was ihre Eltern zu dem Buch sagen, ob sie sich mit den Eltern über deren Leben in der DDR unterhalten hat. Hat sie und auch die Frage gestellt, wie sie, die Eltern, das denn alles mitmachen konnten; sie hätten doch gewusst, was da so alles schief läuft und welche Grausamkeiten im Namen des Sozialismus begangen wurden.

Diese Frage (sinngemäß) wurde auch der Generation gestellt, die ihr Leben im sog. Dritten Reich gelebt hat; damals, in den Sechzigern mussten sie sich das beantworten. Beide Generationen konnten es nicht legitimieren, dass sie nicht gegen das jeweilige Regime aufgestanden sind, das sie sich nicht verweigert haben. Das Leben hat sich so ergeben, könnte man als Begründung sagen. Eine Entschuldigung ist das nicht.

Was werden wir gefragt, irgendwann? Unrecht, Grausamkeiten, vergleichbar mit dem, was im Dritten Reich oder der DDR geschah, sind in der Bundesrepublik glücklicherweise nicht zu beklagen. Aber können wir den Fragen künftiger Generationen entspannt entgegen sehen? Welche Fragen könnten uns gestellt werden?

      Warum habt ihr nichts gegen den Hunger in der Welt getan?
      Warum habt ihr nichts gegen Folter in der Welt unternommen?
      Warum habt ihr zugelassen, das spätere Generationen mit eurem Wohlstandsmüll belastet werden?
      Warum habt ihr nicht früh genug etwas gegen den umweltzerstörenden Individualverkehr unternommen?

Dies wären nur ein paar mögliche Fragen; es gibt noch mehr, viel mehr. Unsere Antworten darauf werden genauso hilflos sein, wie die Antworten der früheren Genrationen auf die Fragen zu deren Mitläuferschaft.

reclothing als Ersatz

| Abgelegt unter: Gesellschaft Wirtschaft

Taschen aus gebrauchten LKW-Planen oder schweizer Militärdecken sind ja mitlerweile schon wieder ein alter Hut. Künstlich gealterte Jeans ebenso. Da muss was Neues her – und das ist Kleidung aus recyclter, getragener Arbeitskleidung. Das Zauberwort: reclothing!
Die Gebrauchsspuren durch Arbeit erzeugt der Arbeiter – der Trendsetter trägt die aufgearbeitete Kleidung mit diesen Gebrauchsspuren als Zeichen dafür, dass er nicht körperlich arbeiten muss, sozusagen als Achtung des hart arbeitenden Menschen?! Da schmeckt der Latte gleich doppelt so gut, wenn man weiß, das die Kleidung, die man trägt, mal hart gearbeitet hat!
Warum fällt mir bei solchen Gelegenheiten immer der Untergang des römischen Reiches ein?

Uni Bremen – absoluter Pazifismus?

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Gefunden bei German-Foreign-Policy.Com

Die Universität Bremen entscheidet in der kommenden Woche über die Zusammenarbeit mit Rüstungsindustrie und Militär. Bis dato steht solchen Kooperationen die Selbstverpflichtung der Hochschule auf ausschließlich friedliche Zwecke im Wege. Aktuell behindert diese “Zivilklausel” die Einrichtung einer Stiftungsprofessur durch den Bremer Rüstungskonzern OHB, weshalb das Unternehmen ultimativ die Suspendierung der Regelung verlangt. Zahlreiche Hochschulangehörige kritisieren die von OHB erhobene Forderung als “Erpressungsversuch”. Ungeachtet der “Zivilklausel” haben mehrere führende deutsche Waffenschmieden in der Vergangenheit Stiftungsprofessuren an der Bremer Universität eingerichtet. Zu den “Freunden und Förderern” der Hochschule zählt unter anderem der Präsident des “Bundesverbandes der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie”, Friedrich Lürßen, dessen gleichnamige Werft Kriegsschiffe für die Bundesmarine und zahlreiche andere Kriegsflotten in aller Welt baut. Einer aktuellen Untersuchung zufolge weist das seit Jahrzehnten sozialdemokratisch regierte Bundesland Bremen die höchste Rüstungsdichte in ganz Deutschland auf.

Blick in die Schweiz

| Abgelegt unter: Architektur Wirtschaft

mit einem Umweg über Frankreich.
Das »Auswanderblog« von Ruedi Baumann lese ich regelmäßig seit einiger Zeit. Nicht nur wegen der fundierten Artikel zur Landwirtschaft, der Flora und Faune sowie der Landschaft im Südwesten Frankreichs, sondern auch wegen der Artikel zur Schweiz, der Heimat Ruedi Baumanns.

Ein Hinweis auf Kostproben:
Dachlandschaften
Moneten-Schweiz

Ein eBook und der Schwarm

| Abgelegt unter: Literatur Medien

Ein eBook wird veröffentlicht, im Blog promotet, um zu beweisen, dass mit ausreichend Publicity eine mehr als zweistellige Anzahl dieses eBooks abgesetzt werden kann. Darüber hinaus geht es um die Werbekraft von Social Media und die Verkaufswirksamkeit eines eBook-Preises von 0,99 EUR.
Natürlich klappt das Ganze wie beabsichtigt. Das Blog war ja auch bekannt genug; der Schwarm reagierte wie gewünscht. Im Hinblick auf die Chancen von eBooks am deutschen Markt sagt das Ergebnis eigentlich nichts aus, lediglich etwas zur Steuerbarkeit des Schwarms.